#DBW2018 Donnerstag, „Diabetes-Nebenwirkungen“ (Vorsicht: deprimierender Text)

Am Donnerstag ist das Thema:

> „Diabetes-Nebenwirkungen“

> Zwischen Motivation und Down-Phasen spiegeln sich die psychischen Belastungen wider. Welche „Diabetes-

> Nebenwirkung“ beschäftigt Dich?

 

WARNUNG: deprimierender Text!

 

 

Die typischen Nebenwirkungen hat jeder, der sich um sein Diabetes etwas kümmert:

  • Warum hat es letzte Woche mit dem gleichen Ablauf und Essen geklappt und heute nicht?
  • Warum? Warum hat das nicht so gut geklappt wie beim letzten mal?
  • Ausgenommen die Pro’s (low carb, Sportler, Berufsdiabetiker…. etc), zu den ich nicht gehöre.

Dazu gibt es ja noch die ganzen anderen „normalen“ Probleme:

  • ob man noch genügend Material dabei hat?
  • Reicht mir das Insulin noch bis xx?
  • Wo setzte ich als nächstes den Katheter, wo es nicht weh tut und man nicht noch die Stellen von den letzten male sieht?
  • Warum springt der Chrome Browser nach dem schließen vom Tab nicht auf den zuletzt geöffneten Tab oder springt mit „strg + tab“ in der Reihenfolge der zuletzten besuchten Tabs durch?
  • usw….

 

Da meine ersten paar (ca 5) Dia-Ärzte immer gesagt haben, das wenn ich so weiter mache, das Leben mit 30 vorbei ist, hatte ich praktisch 15 Jahre lang eine „Down-Phase“ und hab nach der dritten Keto im KH dann mit Basal übersteuert und nur pi-mal-daumen gespritzt.

Das messen und spritzten hat damals und tut es heute immer noch, immer höllisch weh getan, wodurch ich darauf lieber verzichtet habe. Das Leben ist ja mit 30 sowieso vorbei.

In dieser Zeit, wo es mir egal war, ging es mir aber seelisch/psychisch relativ gut!

Ich war zu der Zeit, die letzten 10 Jahre über, gefühlt mehr/häufiger glücklich, als ich es jetzt bin 🙁

 

Jetzt, wo ich seit 2 Jahren bei einer sehr guten Praxis bin (ein ganz großes DANKESCHÖN an Rosi!!!) und loope, holen mich nun die Fragen ein, wie z.B.:

  • Kann mein Körper mir die 18+ schlechte Jahre Management mit nun „guten“ Werte verzeihen?
  • Jegliche Anzeichen, für irgendwas, macht einem sofort Wochen lang Angst, das es Spätfolgen sein könnten.
  • Beim letzten Stimmgabel-Test waren meine Füße eigentlich immer gleich. Beim letzten mal, aber links gefühlt nur 1/5 vom rechten (also links hab ich verdammt früh nichts mehr gefühlt).
  • Warum hatten die „super renommierten“ Diabetologen von damals nicht recht?
  • Wenn man am Montag die Sbahn Anzeige nur noch vom nahen lesen kann: bitte lasse es morgen wieder besser sein.
  • Warum fühle ich links am Fuß nicht mehr so lange die Stimmgabel wie rechts, wobei 2 Jahre lang beide gleich waren.
  • Was mir auch immer weh tut, ist wenn man sieht, wie jugendliche mit cgm/fgm tage lang hohe Werte haben. Ich mein, das hatte ich früher auch, aber damals hat man es nicht gesehen 🙂

 

Aber statt froh drum zu sein, das ich mit so langen schlechten Werten noch keine Spätfolgen habe, vermute ich, das die Zukunft dann noch sehr dunkel werden wird. Das ist echt schlimm.

Jetzt wo es mir gut vom Zucker her, mache ich mir viel mehr Gedanken und Vorwürfe, was total ätzend ist 🙁

 

Als Kind (12 Jahre) Diabetes zu bekommen, war damals zumindest gut, weil ich da alles ewig lange geschult bekommen habe und auf mehreren Kids-Freizeiten war, die alle total super waren!

Am besten hat mir damals der Kids-Kurz gefallen: https://www.facebook.com/KiDS.KURS/

Als Erwachsener ist man drei Tage im Krankenhaus und muss sich einen Dia-Praxis suchen und bekommt nach zwei Monaten erst eine Schulung, wenn man Glück hat. Trotzdem fehlt einem dann noch so viel Erfahrung und sehr viele Essens-Sachen, die mal als Kind schon alle halbwegs ausgetestet hat.

 

 

Da sollte ich/wir mir/uns immer mal wieder zu Herzen nehmen:

Weniger denken, mehr machen!

Ja, ist einfacher gesagt als getan. Aber dafür gibt es ja auch Psychologen. Auch ich habe nun einen 🙂 und ich merke beim erzählen immer wieder: „oooohhhhh mensch, mir geht es eigentlich verdammt gut!“ Aber warum geht es mir dann immer noch so schlecht?

Ohhhjjjeeee, ich bin glaube total vom Thema abgekommen.

Kurz: Wenn man merkt, das es einem immer nur „schlecht“ geht, holt euch Hilfe!!! Viele Krankenkassen, haben eigene Psychologen-Netzwerke, wo auch viele dabei sind, welche auf chronische Krankheiten spezialisiert sind (hab ich nun auch, nach endliche Monate rauszögern).

 

Auch wenn in den Gruppen, Foren usw. viele „super Werte“ posten oder andere mit ICT bessere Werte hin bekommen, als ich mit dem loop. Ja und? Dafür bin ich fast 190cm groß, sehe gut aus und habe immer noch keine grauen Haare 😉

Ich will damit sagen, macht euch nicht zu viele Gedanken um den Diabetes! Sondern: lebt mal etwas mehr, das ist viel mehr Wert als ständig in Angst und Kontrolle vom Diabetes zu sein und das macht meiner Meinung dann auch weitere Probleme (Depressionen etc).

 

Und jetzt würde ein guter Witz nicht schaden 😉

Mhhh, kein Witz, aber eine Frage:

warum ist Frauen eine pinke Pumpe wichtiger, also eine die alles kann, viel kleiner und leichter ist und man zum bedienen nicht raus holen muss?

Ach stimmt: WEIL SIE PINK IST! 🙂

😉 Nein, echt. Das frage ich mich seit grob 2 Jahren, warum Frauen lieber einen pinken Ziegelstein rumschleppen, den man immer raus holen muss, anstatt die Hälfte vom Gewicht, das man nie raus holen muss.

 

 

 

diabetes-blog-woche

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Die Wirkung von Glucagon und was das neue kann. Kleiner Bericht über die Teilnahme bei einer Studie

Vor einigen Monaten, habe ich bei einer medizinischen Studie teilgenommen.

Da es in den Zetteln, die ich unterschrieben habe keine „Verschwiegenheitsklausel“ oder ähnliches gab und ich davor schon wusste, was und von wem getestet wird, bevor die Test-Firma mir überhaupt Details nannte, kann ich davon ausgehen, das es sowieso nicht mehr Geheim ist. Ich bleibe aber trotzdem lieber vorsichtiger und nenne keine Namen.

 

Es ging um Glucagon. Das sollte jeder Diabetiker kennen und zumindest davon gehört haben.

Man braucht es, wenn man z.B. bewusstlos im Unterzucker ist. Dann kann eine Dritte Person die Spritze nehmen (vermengen, aufziehen, rein jagen).

 

Es wurde wie geschrieben, Glucagon getestet. Dabei einmal das, welches wir alle kennen, dass aus der Orangefarbenen Schachtel und ein neues, welches dabei getestet wurde.

Das neue ist echt super, außer die Abreichungsform. Das hat zwar nicht direkt weh getan, aber es war schon wie ein kleiner Schlag ins Gesicht (mit nem Kissen). Wenn das noch geändert werden könnte, wäre es super.

Es ist praktisch ein Nasenspray, man wendet es auch so an, nur das man nur einmal drücken muss und es dann mit gefühlten „2 Bar“ das Pulver in die Nase geschossen wird. Ohne den Druck würde es vermutlich nicht wirken oder zu wenig ankommen. Handhabung -> total einfach (wie ein Nasenspray) 🙂

Allgemein, Nebenwirkungen hatte ich keine. Bei der Glucagon-Spritze habe ich leichte Kopfschmerzen bekommen.

 

Hier einmal der Verlauf des Gewebezuckers von der Glucagon-Spritze:

 

1.) da wurde das Insulin abgestellt (Pumpe abgestöpselt)

 

2.) Es wurde Insulin (Humalog dem Label nach), intravenös gegeben. Da braucht es grob 15 bis 20 Minuten bis es wirkt.

 

3.) Der GZ war hier bei ~75, der BZ war aber schon 50.

Es wurde dann auch direkt (08:55 Uhr grob) die Glucagon-Spritze gegeben, nach dem das Insulin bereits 5 Minuten abgestellt war.

 

4.) Der Zucker schießt sehr stark nach oben. Den Wert, den der Libre geliefert hat, war allerdings da etwas niedriger als der Blutzucker war. Der BZ war bei 240, der Libre, bzw. xdrip zeigte nur 210 an.

Aber das macht aus Anwendersicht ja kein Unterschied.

 

 

 

 

 

 

 

Durch den raschen anstieg habe ich allerdings leichte Kopfschmerzen bekommen.

Da bei der Studie erst 4 Stunden nach der Abgabe wieder Insulin zugeführt werden durfte, war ich dann ca. 3 Stunden zu hoch und hatte dadurch Ketone (0,8 mmol/l) und entsprechende Überzuckerungs-Probleme. Also viel Durst, Übelkeit und halt einfach „schlapp“ sein. Ja, gegen Ende, war es richtig mieß.

Also die Zeit dann um war, habe ich mir erst mal die doppelte Menge vom Korrekturfaktor gegeben:

240 mg/dl – 140 mg/dl = 100 mg/dl (Zielwert)

240 mg/dl = aktueller BZ (nicht GZ)

– 140 mg/dl = müssen wir weg spritzen um auf den Zielwert zu kommen

 

1ie = 30 mg/dl (1ie senkt bei mir den BZ um ca. 30-37 mg/dl, also rechne ich mit 30 ISF/KF, wegen Resistenz).

 

140 / 30 = ~4,75ie

Sprich ich hätte 9ie gespritzt um auf den Zielwert von 100 zu kommen. Da ich aber wusste, das durch das Glukagon man dann doch etwas mehr braucht, hab ich mir 12ie gegeben und erst mal noch 30 Minuten gewartet, bevor ich überhaupt zum essen gegangen bin.

Beim essen gab es dann ca. 120kh die auch noch mal abgedeckt werden mussten 🙂

Da habe ich die restlichen „IE – KF“, die dann noch übrig waren mit einberechnet fürs essen.

 

 

Das neue Zeugs, ist da abgesehen von der Abreichungsform, viel besser.

1.) Die Pumpe wurde wieder ausgestellt (abgestöpselt).

 

2.) Es wurde angefangen Humalog Insulin IV (intravenös, direkt ins Blut) abzugeben.

 

3.) Der tiefste Punkt war auch hier wieder bei 50 mg/dl und nicht bei 70, was der GZ anzeigt.

Das Mittel wurde verarbreicht und der BZ stieg ebenso schnell an, aber nicht so übelst hoch. Von 50 auf ca. 125.

 

4.) Auch da ich hier 4h ohne Insulin war, ging der BZ noch weiter nach oben, aber man hatte die Nebenwirkungen durch den extrem hohen BZ wie von der Spritze nicht.

Allerdings kann es bei „Frischlingen“ oder wenn zu viel Basal (ICT) anliegt, auch unter Umständen zu wenig sein.

 

 

 

 

 

 

 

 

Vor allem es reicht halt aus um den BZ schnell genug um 100 mg/dl steigen zu lassen. Wenn man noch Insulin abdecken muss, ist es natürlich zu wenig aber da ist man dann ja schon wieder bei Bewusstsein und kann Cola und Hypohelfer zu sich nehmen..

 

 

Hier mal noch beide Tage im Vergleich. Da die Pumpe nur abgestöpselt war, aber aaps, xdrip usw.  weiter liefen, kann es trotzdem noch Zacken und Eingriffe geben. Aber ich glaub ich habe AAPs für 10h pausiert.

 

Das ist der Versuch mit der bekannten  Glucagon Spritze:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Dies der Tag mit dem neuen Zeugs:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Richtig cool wäre es, wenn man es nicht so krass in die Nase schießen müsste, dann könnte man es vielleicht auch so als Hypohelfer missbrauchen.

Aber es bleibt ein Notfallmedikament und soll in erster Linie die Hemmschwelle für 3te senken und auch das Risiko, das jemand bei der Glucagon Spritze nicht gemischt hat und dann nur Wasser spritzt (wenn er sich überhaupt traut).

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